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01.09.2009 | BSW-Solar: Photovoltaik-Nachfrage zieht wieder an
Die Solarwirtschaft rechnet 2009 in Deutschland und in wichtigen
Exportmärkten mit Wachstum. Für 2010 wird ein „Solarboom“ in China
und den USA erwartet.
Die Nachfrage nach Solarstromanlagen wird nach jüngsten Prognosen
des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) in diesem Jahr in
Deutschland und in einigen wichtigen Exportmärkten trotz der
Finanz- und Konjunkturkrise wachsen. Nach einem eher schwachen
ersten Halbjahr verzeichne die Mehrzahl der Solarunternehmen
derzeit eine spürbare Geschäftsbelebung und rechne mit einem
weiteren Anziehen der Nachfrage, so die Ergebnisse des aktuellen
Geschäftsklimaindex des BSW-Solar. Dieser konnte im zweiten Quartal
um knapp zehn Punkte zulegen.
Spätestens 2010 werde die Photovoltaikindustrie nach Einschätzung
der Branche weltweit wieder auf ihren Wachstums-

kurs zurückkehren. Von dieser Entwicklung werde Deutschlands Solarindustrie trotz eines verschärften internationalen Wettbewerbs weiter profitieren, so der BSW-Solar. Dazu tragen ihr Technologievorsprung, eine hohe Qualität, ein erhebliches Fachkräftepotenzial und insbesondere die Stärke Deutschlands im Maschinen- und Anlagenbau bei.
Wachstum in Deutschland im zweistelligen Prozentbereich
Im letzten Jahr konnten deutsche Photovoltaikhersteller ihre
Produktion um rund 65 Prozent steigern. Ihr Umsatz wuchs von sechs
auf zehn Milliarden Euro und wurde zur Hälfte im Ausland
realisiert. Zu einem inzwischen nahezu ausgeglichenen Exportsaldo
trugen auch die besonders großen Absatzerfolge der
Photovoltaik-Zuliefererindustrie bei, so die Ergebnisse einer
jüngsten Marktstudie von EuPD Research im Auftrag des BSW-Solar. Im
letzten Jahr wurden in Deutschland rund 150.000 Solarstromanlagen
mit einer Spitzenleistung von 1,5 Gigawatt neu installiert.
Auch für dieses Jahr rechnet der BSW-Solar mit einem Wachstum der
neu installierten
Solarstromleistung in Deutschland im zwei- stelligen Prozentbereich. Nach einem eher schleppenden Jahresauftakt verzeichnet der Verband in den letzten Wochen wieder eine deutliche Belebung der Nachfrage. Zwar verzögerten sich weiterhin einige Großprojekte durch die Finanzkrise, 80 Prozent des inländischen Marktes sei davon aber nicht betroffen. Eigenheimbesitzer und Landwirte zeigen sich weiterhin sehr investitionsfreudig. Dazu trägt bei, dass die Preise für Solar-stromanlagen seit Ende letzten Jahres um über 20 Prozent gesunken sind, so dass sich die Investition auf einer Vielzahl geeigneter Dachflächen derzeit rentiere.
Wachstum im Ausland
Im Zusammenhang mit der Intensivierung weltweiter
Klimaschutzmaßnahmen registriert die Solarbranche auch in den
meisten Auslandsmärkten ein spürbares Marktwachstum. So rechnet der
BSW-Solar bis zum Jahresende 2009 in Italien mit einem Absatzplus
in Höhe von 20 bis 30 Prozent, in den USA von mindestens 40
Prozent. In Frankreich und China werde sich der Photovoltaikmarkt
binnen eines Jahres mindestens verdoppeln, so die Erwartung der
dortigen Solarverbände. Davon werden auch deutsche Solarunternehmen
profitieren können, ist sich der BSW-Solar sicher.
Nur in Spanien werde der Markt aufgrund einer Verschlechterung des
dortigen Förder- programms in diesem Jahr voraussichtlich deutlich
schrumpfen. Die dadurch ausgelösten Absatzeinbußen hatten in den
letzten Monaten
maßgeblich zu einem verschärften Wettbewerb und in der Folge zu
starken Preissenkungen im internationalen Photovoltaikmarkt
geführt.
Carsten Körnig, Geschäftsführer des BSW-Solar: "Aufgrund des
Marktrückgangs in Spanien und der Finanzkrise blieb das
Auslandsgeschäft in den letzten Monaten hinter den Erwartungen
zurück und trübte einige Geschäftsberichte. Trotz der
Konjunkturdelle rechnen wir 2009 in Deutschland jedoch mit einer
wachsenden Nachfrage. Derzeit entstehen weltweit viele neue
Absatzmärkte. Spätestens 2010 wird unsere Branche deshalb auch
weltweit wieder auf ihren Wachstumspfad zurückkehren. Einen
regelrechten Solarboom erwarten wir dann insbesondere in den USA
und in China. Der Ausbau der Solarenergie geht weiter und
Deutschlands Solarwirtschaft wird davon profitieren!"
