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03.11.2009 | BITKOM: Vor 40 Jahren startete der Vorläufer des Internets


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Am 29. Oktober 1969 gab es die erste Fernverbindung zweier
Computer. Heute nutzen weltweit knapp 1,7 Milliarden Menschen das
Internet. Der Verband BITKOM liefert eine kuze Geschichte des
Internets.
Das Internet wurde 40 Jahre alt. Am 29. Oktober 1969 vernetzten
US-amerikanische Forscher erstmals zwei Computer per Fernverbindung
über Modem und Telefonstandleitung. Der direkte Vorläufer des
Internet war geschaffen, das so genannte Arpanet. Es war
ursprünglich nur einer kleinen Zahl von Wissenschaftlern
zugänglich. Heute wird das Internet von 1,7 Milliarden Menschen
weltweit genutzt, rund 70 Prozent aller Deutschen haben
Onlinezugang. „Das Internet ist aus unserem Leben nicht mehr
wegzudenken“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm
Scheer.
Ursprung
Den Grundstein des Internet hat die US-Forschungsagentur Arpa
gelegt („Advanced Research Projects Agency“). Die Arpa sollte die
Forschungsoffensive im Hochtechnologie- bereich beaufsichtigen und
koordinieren, mit der die Regierung auf den russischen Satelliten
Sputnik reagierte. Schon damals kam die Idee auf, dass Computer
nicht nur reine Rechen- maschinen sind, sondern auch für die
Kommunikation genutzt werden könnten. Die Arpa initiierte deshalb
ein Programm zur Grundlagenforschung der Computervernetzung. Die
Idee: Großrechner an verschiedenen Orten sollten über ein
spezielles Telefonnetz verbunden werden, damit teure Rechner-
kapazität besser ausgenutzt wird.
Es hält sich auch der Mythos, das Arpanet sei allein zu
militärischen Zwecken geschaffen worden, um selbst im Falle eines
Atomkriegs kommunizieren zu können. Sicher ist, dass die Arpa vom
US-Verteidigungsministerium finanziert wurde. Insofern mag ein
Interesse daran bestanden haben, die Ergebnisse der
Grundlagenforschung auch für militärische Zwecke zu nutzen. Das
primäre Ziel war aber die Vernetzung von Großrechnern.
Als „Übersetzer“ zwischen den Rechnern sollten spezialisierte
Computer dienen, die Interface Message Processors (IMP). Ihre
Aufgabe war es, die einzelnen Informations- pakete zwischen den
verbundenen Computern hin und her zu schicken. Diese IMPs sind die
Vorfahren der heutigen Router.
Die erste Verbindung hielt nur kurz
Der erste IMP, also der erste Knoten des sogenannten Arpanets, wurde September 1969 in Los Angeles an der dortigen Universität UCLA installiert. Einen Monat später wurde der zweite IMP am Stanford Research Institute in der Nähe von San Francisco aktiviert. Am 29. Oktober vor 40 Jahren war es dann soweit: Die erste Fernverbindung zwischen den beiden Rechenzentren konnte über Telefonstand- leitung und Modem hergestellt werden. Die Verbindung hielt jedoch nur wenige Augenblicke. Beim Eintippen des Befehls LOGIN stürzte der Stanford-IMP ab. Grund war ein Fehler im Terminal-Programm. Der zweite Anlauf eine Stunde später war erfolgreicher. Die weltweit ersten IMPs in Los Angeles und an der Universität Stanford kommunizierten relativ stabil miteinander. An der Universität von Santa Barbara kam im November der dritte, an der Universität von Utah im Dezember der vierte Knoten hinzu. Damit war die Keimzelle des heutigen Internets komplett.
In den folgenden Jahren wuchs das Netz zwar, blieb aber auf die USA beschränkt und vergleichsweise grobmaschig. Im Januar 1973 bestand es aus 35 Arpanet-Knoten. Europa wurde 1973 angeschlossen – der Startschuss für ein internationales Netzwerk. Der erste IMP auf dem alten Kontinent wurde in Großbritannien installiert, ein zweiter folgte im selben Jahr in Norwegen. Zu dieser Zeit war das Arpanet ein Netzwerk für einige Universitäten, die im Auftrag der Arpa arbeiteten. Zu einem größeren Verbund wurde es erst 1983, als die Verwaltung des Arpanets an die zivile US-Wissenschaftsinstitution National Science Foundation überging und damit neue Institutionen angeschlossen werden konnten. Das Netzwerk stand allerdings weiterhin nur Hochschulen und Forschungseinrichtungen offen.
Der erste grafikfährige Browser kam 1993
In der Wahrnehmung der meisten Menschen ist das Internet wesentlich jünger. Erst in den neunziger Jahren, nachdem der britische Informatiker Tim Berners-Lee im Jahr 1989 die Anwendung „World Wide Web“ entwickelt und die US-Forschungseinrichtung National Science Foundation 1990 das Internet für kommerzielle Zwecke geöffnet hatte, wurde es umfassender genutzt. Als 1993 der erste grafikfähige Internetbrowser auf den Markt kam, konnten auch Laien auf die Informationsvielfalt im Netz zugreifen. Zum wirklichen Massenmedium entwickelte sich das Internet Ende der neunziger Jahre. Durch Breitband erhält es derzeit einen weiteren Schub.
In absehbarer Zeit wird das Internet in Deutschland flächendeckend zum Hoch- geschwindigkeitsnetz. Der IT-Gipfel mit seiner Arbeitsgruppe 2 „Konvergenz der Medien und Zukunft der Netze und Dienste“ hat diese Entwicklung gefördert. Aus dieser Arbeit sind wesentliche Impulse hervorgegangen für die Breitband-Strategie, die die Bundesregierung im Frühjahr 2009 vorgestellt hat. Danach sollen bundesweit bis spätestens Ende 2010 flächendeckend leistungsfähige Breitbandanschlüsse verfügbar sein. Bis 2014 sollen bereits für 75 Prozent der Haushalte Anschlüsse mit Übertragungsraten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde zur Verfügung stehen.
