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03.12.2009 | BDEW: Deutscher Strom- und Gasverbrauch gesunken

Von Januar bis September 2009 ging der Verbrauch von Strom und Gas um durchschnittlich sieben Prozent zurück. Die verminderte Industrieproduktion war der wichtigste Einflussfaktor.
Der Gas- und Stromverbrauch in Deutschland ist in den ersten neun
Monaten dieses Jahres deutlich gesunken: Mit 384 Milliarden
Kilowattstunden (Mrd. kWh) wurde rund sieben Prozent weniger Strom
nachgefragt als im entsprechenden Vorjahreszeitraum (2008: 412 Mrd.
kWh). Der Gasabsatz sank im selben Zeitraum ebenfalls um rund
sieben Prozent auf 633 Mrd. kWh (2008: 680 Mrd. kWh) trotz kühlerer
Witterung im ersten Quartal 2009. Das ermittelte der Bundesverband
der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Berlin, in ersten
Erhebungen. Das ist der stärkste Verbrauchs- rückgang, den die
Strom- und Gaswirtschaft seit der Wiedervereinigung Deutschlands
verzeichnete.
Wichtigster Grund für den Rückgang des Strom- und Gasverbrauchs
bleibt nach Angaben des BDEW die anhaltend verminderte Industrie-
produktion. Die Produktionseinbußen in energieintensiven Branchen
führen bereits seit Oktober 2008 zu einem niedrigeren Energie-
bedarf in Deutschland. Nach BDEW- Schätzungen ist der Gas- und
Stromabsatz in den ersten neun Monaten des Jahres 2009 allein in
der Industrie um rund 14 Prozent zurückgegangen. Die weniger
konjunkturell beeinflussten Verbrauchergruppen Haushalte und
Gewerbe, Handel, Dienstleistungen haben hingegen insgesamt zur
Stabilisierung der Energienachfrage beigetragen.
Bei Betrachtung der Quartalsentwicklungen ist der Stromverbrauch im
dritten Quartal 2009 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um
durchschnittlich 8,1 Prozent gesunken. Im ersten Quartal 2009 lag
dieser Wert bei minus 4,2 Prozent; im zweiten Quartal bei minus 8,5
Prozent. Im Durchschnitt beträgt der Rückgang beim Strom im
Vergleich zum Vorjahr 6,9 Prozent.
Beim Gasverbrauch sehen die Quartalsentwicklungen 2009 im Vergleich
zum Vorjahr wie folgt aus: minus acht Prozent (erstes Quartal) und
minus 19 Prozent (zweites Quartal). Im dritten Quartal (plus neun
Prozent) belebte sich in den Sommermonaten die Nachfrage nach
Erdgas auf niedriger Basis.
Am deutlichsten sank die Energienachfrage 2009 bislang im April: So
wurden etwa 35 Prozent weniger Gas und knapp 14 Prozent weniger
Strom im Vergleich zum Vorjahresmonat an alle Kundengruppen
abgesetzt, berichtete der BDEW. Dieses starke Minus sei aber auch
durch die vergleichsweise deutlich wärmere Witterung sowie die
Osterfeiertage beeinflusst worden.
