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03.12.2009 | ZVEI: Erste positive Zeichen bei Automatisierungstechnik

Am Markt für elektrische Automatisierungstechnik gibt es erste Zeichen für eine Konjunkturerholung. „Der freie Fall der Auftragseingänge scheint zu Ende zu sein“, hieß es während der Messe SPS/IPC/Drives in Nürnberg.
„Für 2010 stellen wir uns auf ein kleines Wachstum ein, basierend
auf dem niedrigen Niveau von 2009,“ sagte Roland Bent,
Vorstandsmitglied des ZVEI-Fachverbands Automation, bei einer
Presskonferenz während der Messe SPS/IPC/Drives in Nürnberg. Bis
zum Jahresende 2009 erwarten die deutschen Unternehmen der
elektrischen Automat- isierungstechnik zunächst noch einen
Umsatzrückgang von insgesamt 20 bis 25 Prozent gegenüber dem
Vorjahr. 2008 wurde noch ein einstelliges Wachstum auf knapp 46
Milliarden Euro verzeichnet. Jedoch hatte die Wirtschaftskrise die
Unternehmen im letzten Quartal 2008 bereits erfasst.
Die Mitarbeiterzahl der Branche von über 230.000 im Jahr 2008
konnte dank Kurzarbeit,
Gehaltsverzicht, Kürzung von Urlaubstagen und weiteren Maßnahmen im
ersten Halbjahr 2009 beinahe konstant gehalten werden. „Aber nun
wird es langsam eng“, so Bent. Eine konkrete Prognose wollte er
nicht abgeben. Auch das Problem der Kreditklemme und der
Kreditversicherungsklemme werde immer größer.
Der Rückgang der Umsätze sowohl im Inland als auch im Export um
etwa ein Fünftel bis ein Viertel in den ersten sechs Monaten 2009
unterstreiche die weltweite Dimension des Abschwungs, erläuterte
Bent. Mit einer Exportquote von 78 Prozent bleibe Deutschland
dennoch der weltgrößte Exporteur elektrischer
Automatisierungstechnik.
Industrie sieht sich als Motor des Umweltschutzes
Mit der Öko-Design Richtlinie der EU werde nach Worten von Günter Baumüller, Vorstandsmitglied im ZVEI-Fachverband Automation, ein entscheidender Wechsel der Sichtweise eingeläutet. Die Richtlinie mache die Rolle der Industrie bei der Realisierung von Energieeinspar-Maßnahmen deutlich. „Als Folge dieser Verordnung werden beispielsweise bei Antrieben
riesige Energieeffizienzpotenziale gehoben. Das Potenzial pro Jahr ist hier 23 Millionen Tonnen CO2-Emissionsminderung“. Der von der EU vorgeschriebene Wechsel zu höheren Energieeffizienzklassen erfordere hohe Investitionen in die Entwicklung. „Die klaren Vorgaben aus Brüssel geben uns dafür Planungssicherheit“, so Baumüller.
Langfristige Wachstumserwartungen
Auf lange Sicht erwartet der Verband, dass die elektrische Automatisierung durch Investitionen in Energiespartechniken und in erforderliche Infrastruktur-Einrichtungen wächst. Dazu gehören die Wasser- und Abwassertechnologie und Energiespartechniken. Das ist das Ergebnis der aktuellen ZVEI-Studie
„Integrierte Technologie-Roadmap Automation 2020+“. Bent betonte: „Milliardenschwere Projekte in diesen Bereichen sind durch die Krise aufgeschoben, aber nicht aufgehoben. Die Automatisierungstechnik wird davon überproportional profitieren.“
