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31.01.2010 | VDE: Deutsche Netze europaweit am sichersten

Die Stromversorgung stand den Kunden 2008 mit einer Zuverlässigkeit von 99,99 Prozent der Zeit zur Verfügung. Das hat das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (FNN) jetzt mit seiner neuen Störungs- und Verfügbarkeits- statistik ermittelt.
Nur durchschnittlich 18,3 Minuten Versorgungsunterbrechungen pro Stromkunde in 2008
Die neue Störungs- und Verfügbarkeitsstatistik des Forums Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (FNN) erfasst rund vier Fünftel des deutschen Stromnetzes. Laut dieser Statistik kam es 2008 pro Stromkunden durchschnittlich zu 18,3 Minuten Versorgungsunterbrechungen durch Störungen. Werden die Störungen infolge von Höherer Gewalt wie den Orkan „Emma“ berücksichtigt, so liegt der Wert bei 20,7 Minuten. Die Statistik zeigt zudem, dass sich die
Zuverlässigkeit der Versorgung in den neuen Bundesländern stark verbessert hat. Gegen- über 47 Minuten Versorgungsunterbrechungen im Jahr 2007 gab es 2008 in den neuen Bundesländern pro Stromkunden durchschnit- tlich nur noch 35 Minuten Unterbrechungen. In den alten Bundesländern traten in 2008 rund 15 Minuten Versorgungsunterbrechungen auf. Dieser Wert ist gegenüber dem Wert aus 2007 von rund 16 Minuten stabil geblieben.
Versorgungsqualität ist ein Standortvorteil
Mit rund 18 bzw. 21 Minuten liegt Deutschland deutlich vor den Niederlanden (33 Minuten), Österreich (44 Minuten), Frankreich (58 Minuten), Italien (52 Minuten) und Großbritannien (89 Minuten). „Das hohe Maß an Versorgungs-
qualität in Deutschland gibt nicht nur dem Privatverbraucher Sicherheit, sondern ist auch ein bedeutender Standortvorteil für Deutschland“, so der VDE.
Unterschiedliche Einflussfaktoren werden berücksichtigt
Bei einer Bewertung der Versorgungszuverlässigkeit müssen unterschiedliche Einflussfaktoren wie zum Beispiel historisch bedingte Netzstrukturen, regionale Gebietsmerkmale (städtisch oder ländlich, Ost oder West, Berge oder Flachland) und das Wetter berücksichtigt und als Kriterien für Vergleiche beachtet werden. „Derzeit führen wir hierzu weitere Untersuchungen durch.“, erklärt Dipl.-Ing. Heike Kerber, Geschäftsführerin des Forums Netztechnik/Netzbetrieb im VDE.
So fallen Störungsanlässe von „Höherer Gewalt“ gemäß der Definition der Bundesnetzagentur nicht in den Zuständigkeitsbereich des Netzbetreibers und dürfen diesem nicht zugerechnet werden. Unter „Höhere Gewalt“ fallen insbesondere außergewöhnliche Naturkatastrophen.
Um die Schwankungsbreite ermitteln zu können, die auf Grund vielfältiger Einflüsse auf das Stromversorgungssystem bestehen, müssen nun mehrere Jahre miteinander verglichen werden. Insofern leistet die Störungs- und Verfügbarkeitsstatistik des FNN einen wichtigen Beitrag zur Lösung der noch offenen Fragen bei der Ausgestaltung der Qualitätsregulierung. Das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (FNN) ist im VDE zuständig für die Erstellung von Technischen Regeln für die Netztechnik und den Netzbetrieb.
