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13.07.2010 | ZVEI: Elektrokonjunktur kommt in Fahrt

In den letzten Wochen mehren sich die guten Nachrichten aus der Elektroindustrie. Sowohl bei den Exporten als auch bei den Auftragseingängen meldet der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) gute Zahlen.

Der starke Aufwärtstrend bei den Exporten der deutschen Elektroindustrie verstetigt sich. Im April sind die Ausfuhren um 20 Prozent gegenüber Vorjahr gestiegen. Sie erreichten damit ein Volumen von 10,6 Milliarden Euro. „Auch wenn der Anstieg geringer ausgefallen ist als im März, konnten die Ausfuhren jetzt den fünften Monat in Folge auf Jahresbasis zulegen“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann in einer Pressemeldung Ende Juni. Von Januar bis April 2010 wurden elektrotechnische und elektronische Produkte und Systeme im Wert von 43 Milliarden Euro exportiert. Dies entspricht einem Zuwachs von 16 Prozent gegenüber Vorjahr.

Die Elektroimporte nach Deutschland beliefen sich im April auf 9,5 Milliarden Euro und in den ersten vier Monaten dieses Jahres auf insgesamt 38 Milliarden Euro.

Die Steigerungen gegenüber Vorjahr lagen damit bei einem Viertel beziehungsweise einem Fünftel.

„Die stärksten Impulse für das Exportgeschäft der Elektrounternehmen kommen weiterhin aus Südostasien und Lateinamerika“, sagte Dr. Gontermann. So stiegen die Ausfuhren nach China im April um 36 Prozent gegenüber Vorjahr an. Nach Malaysia konnten sogar 70 Prozent mehr exportiert werden als vor einem Jahr, nach den Philippinen 42 Prozent und nach Vietnam 39 Prozent. Auch die Elektroausfuhren nach Japan haben mit plus 38 Prozent kräftig zugelegt. Die Exporte nach Lateinamerika lagen im April insgesamt 43 Prozent über ihrem Vorjahreslevel.

Wachstum bei den Auftragseingängen

Bereits Anfang Juni meldete der ZVEI ein starkes Wachstum bei den Auftragseingängen. Im April 2010 sind die Auftragseingänge um 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. „Damit haben die Bestellungen jetzt zum vierten Mal in Folge auf Jahresbasis zugelegt und zwischenzeitlich knapp die Hälfte ihres Verlustes aus dem vergangenen Jahr wieder aufgeholt. Zudem war der Anstieg im April höher als in den drei Monaten zuvor“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. Inländische Kunden orderten im April 28 Prozent mehr als vor einem Jahr, ausländische sogar 35 Prozent. Kumuliert von Januar bis April lagen die Auftragseingänge 23 Prozent über Vorjahr (Inlandsbestellungen plus 25 Prozent, Auslandsbestellungen plus 21 Prozent).

Im Vergleich zum Vormonat sind die Auftragseingänge im April - arbeitstäglich und saisonbereinigt - um drei Prozent gestiegen. Aus dem Inland gingen dabei fünf Prozent weniger und aus dem Ausland 13 Prozent mehr Bestellungen ein als im März. Der Umsatz ist im April um 20 Prozent gegenüber Vorjahr gestiegen. Hier war es der dritte Anstieg im Jahresvergleich hintereinander, so dass mittlerweile ein Drittel des Rückgangs 2009 wettgemacht werden konnte. Der Inlandsumsatz nahm um 16 Prozent zu, der Auslandsumsatz wuchs um 25 Prozent. Im Zeitraum von Januar bis April 2010 übertraf der Umsatz sein Vorjahresniveau um zwölf Prozent.

Die Entwicklung der (preisbereinigten) Produktion in der Elektroindustrie bleibt ebenfalls aufwärts gerichtet. Im April stieg sie um 15 Prozent gegenüber Vorjahr. „Auch hier handelt es sich um den dritten - und dabei gleichzeitig stärksten - Zuwachs in Folge“, sagte Dr. Gontermann. Zwischen Januar und April dieses Jahres lag die Produktion sieben Prozent höher als in den ersten vier Monaten 2009. Verglichen mit dem Vormonat hat die Elektroproduktion im April - arbeitstäglich und saisonbereinigt - um knapp drei Prozent zugelegt.

Nach dem sehr kräftigen Anstieg im April hat sich das Geschäftsklima in der Elektroindustrie im Mai knapp behauptet. Die Erwartungen für die kommenden sechs Monate allerdings haben sich laut ZVEI wegen der Turbulenzen im Euroraum leicht eingetrübt.

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