Branchen
20.09.2010 | Bitkom: Kaufrausch bei Flachbildfernsehern

Kurz vor der IFA 2010 änderte der Verband BITKOM seine Prognose zum
Verkauf von Flachbildfernsehern: Er hob sie an auf fast 10
Millionen verkaufte Geräte. Der Trend zu Geräten mit
Internetanschluss macht diesen Trend auch für Elektrohandwerk
interessant.
Der Hightech-Verband BITKOM hebt seine Marktprognosen für
Flachbildfernseher deutlich nach oben an. In diesem Jahr sollen gut
9,6 Millionen Geräte verkauft werden. Das ist eine Steigerung von
16 Prozent gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 2009. Der Umsatz
steigt voraussichtlich um 11,3 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro.
Basis der Angaben sind aktuelle Daten des European Information
Technology Observatory (EITO).
„Der deutsche Markt für Flachbildfernseher erlebt einen
fantastischen Boom, den wir so nicht erwartet hatten. Die Deutschen
sind derzeit regelrecht im Flat-TV-Kaufrausch“, sagte Jeffry van
Ede vom BITKOM-Präsidium. In Deutschland gibt es rund 40 Millionen
Haushalte. Damit kauft im Schnitt fast jeder vierte Haushalt in
diesem Jahr einen Flachbildfernseher. Gründe für das
außergewöhnlich starke Wachstum sind laut BITKOM neben der
anziehenden Konjunktur vor allem die Fußball-Weltmeisterschaft, der
Durchbruch des hochauflösenden Fernsehens sowie das große Interesse
an neuen Technologien wie Hybrid-TV oder zunehmend auch 3D.
Wichtiger Trend auch fürs Elektrohandwerk
Die neuen Technologien haben zudem die Zahlungsbereitschaft der
Kunden steigen lassen. „Die Verbraucher geben zusätzliches Geld aus
für Technologien, die ihnen einen echten Mehrwert bieten“, so van
Ede. Dazu gehört auch ein integrierter Internet-Anschluss.
Diese so genannten Hybrid-TV-Geräte kamen im März 2009 in die
Verkaufsregale. Damals standen sie für gerade einmal 0,4 Prozent
des Umsatzes mit Flachbild-Fernsehern. Das ändert sich aktuell
rasant: Allein im Juni 2010 wurden 158.000 Flachbildfernseher mit
integriertem Internet-Anschluss verkauft. Der entsprechende Umsatz
betrug 167 Millionen Euro, der Gesamterlös mit Flachbildfernsehern
lag in diesem Monat bei 463 Millionen Euro. BITKOM-Vizepräsident
Achim Berg: „Hybrid-TV ist der Senkrechtstarter im
Technologiemarkt.“
Der Trend zu Geräten mit Internet-Anschluss bedeutet, dass auch
Elektrohandwerksbetrieben ohne Ladengeschäft ein neuer Markt winkt.
Denn die Vernetzung nimmt zu. Eine komfortable und sichere
Verkabelung mit passenden Dosen etc. und eventuell einer Verbindung
mit der Elektroinstallation ist eine Domäne des Handwerks. Das
„E-Haus“ des ZVEH zeigt während der IFA in Berlin die Zusammenhänge
in anschaulicher Form.
Bereits 40000 3D-Fernseher verkauft
Vom Trend zu 3D profitieren auch die Plasma-Fernseher stark. Die
Verkaufszahlen werden in diesem Jahr auf knapp 870.000 Geräte
steigen. Das ist ein Zuwachs von über 15 Prozent. Im vergangenen
Jahr war der Absatz nur um gut 2 Prozent gestiegen. Die meisten
Verbraucher entscheiden sich jedoch weiterhin für einen Fernseher
mit Flüssigkristall-Bildschirm. Von diesen LCD-Fernsehern werden
2010 rund 8,8 Millionen Stück abgesetzt, über 16 Prozent mehr als
im Vorjahr.
3D-Fernseher kamen in Deutschland in diesem März in die Regale.
Seitdem wurden rund 40.000 Geräte verkauft. Das hat der BITKOM auf
Basis von Zahlen des Marktforschungsinstituts GfK berechnet.
Durchschnittlich 2.000 Euro gaben die Kunden für die neuen
Fernseher aus, die meist über einen sehr großen Bildschirm verfügen
und mit weiterer High-End-Technik ausgestattetet sind.
Gleichwohl wird der durchschnittliche Preis aller verkauften
Flachbildfernseher voraussichtlich leicht sinken, um rund 4 Prozent
auf 683 Euro. In den vergangenen Jahren fiel der Durchschnittspreis
immer zweistellig.
Hinweis zur Datenquelle: Das European Information Technology
Observatory (www.eito.com) liefert aktuelle Marktdaten zu den
weltweiten Märkten der Informationstechnologie, Telekommunikation
und Unterhaltungselektronik. Gemanagt wird EITO von der Bitkom
Research GmbH. Das EITO arbeitet u.a. mit den
Marktforschungsinstituten PAC, IDATE und GfK zusammen.
