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06.10.2010 | BITKOM: Verschiebungen im Telekommunikationsmarkt

Die klassische Telefonie dominiert weiterhin den Festnetzmarkt, geht aber stetig zurück, während Internet-Telefonie über DSL oder TV-Kabel zunehmend Verbreitung findet.
Es ist nicht einmal 15 Jahre her, da war ISDN das Maß aller Dinge.
Das ändert sich: Die Kommunikation über DSL und TV-Kabel nimmt zu,
die Nutzung klassischer Telefonanschlüsse – ob analog oder ISDN –
geht zurück. Damit setzt sich ein bereits seit Jahren andauernder
Trend weiter fort. 2009 sank die Zahl der klassischen
Telefonanschlüsse in Deutschland um über zwei Millionen auf 32,8
Millionen. 2008 waren es noch knapp 34,9 Millionen. Das gab der
Hightech-Verband BITKOM vor Kurzem auf Basis von Daten der
Bundesnetzagentur bekannt.
Im Gegenzug wächst die Bedeutung alternativer Kommunikationswege,
etwa auf Basis der Internet-Telefonie (Voice over IP, kurz: VoIP).
Ende 2009 telefonierten 2,3 Millionen Haushalte über einen
Kabel-TV-Anschluss und 3,8 Millionen Haushalte über einen so
genannten entbündelten DSL-Anschluss. Entbündelte DSL-Zugänge sind
vertraglich nicht an einen herkömmlichen Festnetz-Anschluss
gebunden. Im Vorjahr telefonierten erst 1,5 Millionen Haushalte
über das TV-Kabel und 2,2 Millionen Haushalte über einen
entbündelten DSL-Anschluss.
Die klassische Telefonie dominiert weiterhin den Festnetzmarkt,
geht aber stetig zurück, während Internet-Telefonie über DSL oder
TV-Kabel zunehmend Verbreitung findet. Zum Jahresende 2009 gab es
insgesamt 38,9 Millionen Telefonanschlüsse in Deutschland. Diese
Zahl ist seit mehreren Jahren weitgehend stabil.
Hintergrund: Bei der klassischen Telefonie wird eine direkte
Verbindung zwischen den Teilnehmern geschaltet und die Sprache in
Echtzeit analog oder - im Falle von ISDN - digital übertragen. Bei
Voice-over-IP wird die Sprache zunächst digitalisiert, dann werden
kurze Sequenzen in Paketen zusammengefasst und als Sprachpakete
verschickt. Die Datenmenge ist dabei im Vergleich zu Videos relativ
gering, allerdings können in Einzelfällen Laufzeitverzögerungen
oder Paketverluste aufgrund einer starken Netzauslastung zu Echos,
Aussetzern oder Störgeräuschen führen. Einige Anbieter reservieren
daher feste Bandbreiten für Sprachpakete oder priorisieren diese,
um eine konstante Sprachqualität garantieren zu können.
