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15.05.2011 | ZVEI: Berechnungstool für Lebenszykluskosten

Rechnen sich energieeffiziente Lösungen für Unternehmen oder Kommunen betriebswirtschaftlich? Wer’s genau wissen muss, sollte sich das Software-Tool vom ZVEI zur Berechnung der Lebenszykluskosten von Komponenten oder Anlagen anschauen.
Bei großen Investitionsentscheidungen genügt die reine Betrachtung
von Anschaffungskosten oder die Amortisationsrechnung meistens
nicht. Deshalb spricht auch die öffentliche Vergabeverordnung
davon, Lebenszykluskosten und Energieeffizienz als Kriterien zu
berücksichtigen. Aber in der Praxis findet dies mangels
praktikabler Berechnungsmöglichkeiten oft nicht statt. Ein neues
Tool macht nun Investitionen unter Einbezug der Energieeffizienz
ökonomisch vergleichbar.
Der ZVEI präsentierte auf der Hannover Messe ein neues
Software-Tool zur Berechnung der Lebenszykluskosten von Komponenten
oder Anlagen. Mit dem von ZVEI und Deloitte entwickelten
generischen Berechnungsmodell „Lifecycle Cost Evaluation“ (LCE)
können Barwert und Annuität einer Investition errechnet werden.
Damit kann auf einfache Weise nachgewiesen werden, wie sich der
Einsatz von energieeffizienten Geräten und Lösungen
betriebswirtschaftlich rechnet.
Das Tool – technisch betrachtet eine ausgefeilte Excel-Tabelle - ist aufgrund seines Aufbaus für unterschiedlichste Anwendungsfälle und Industrien geeignet. Anwendungsgebiete sind Abfüllanlagen, Brauereien, Müllverbrennungsanlagen, Kraftwerke, Industrielle Produktionsanlagen, Gebäudetechnik und Beleuchtung.
So sind zum Beispiel in der verfahrenstechnischen Industrie neben der unmittelbaren Kalkulation einzelner Komponenten - wie drehzahlgeregelter Pumpen, energieeffizienter Motoren oder hochwertiger Messinstrumente - die Auswirkungen auf eine ganze Anlage berechenbar. Dadurch wird die Bedeutung von Einzelinvestitionen im Gesamtzusammenhang transparent.
Beispielrechnung anhand einer Kläranlage
Das Berechnungsinstrument wurde in Hannover am Beispiel der Kläranlage Böblingen-Sindelfingen vorgestellt, bei der eine Umrüstung an den Pumpen erfolgte.
Der einmaligen Investitionssumme von 25.000 Euro steht über einen
Lebenszeitraum von 24 Jahren eine Energiekosteneinsparung von
200.000 Euro gegenüber.
Nach ZVEI-Berechnungen können in Anlagen der deutschen Industrie
und im kommunalen Bereich zehn bis 25 Prozent Energieeinsparung
allein durch anforderungsgerechte Automatisierungstechnologie
erreicht werden. Somit könnten in Deutschland jährlich bis zu 88
Milliarden Kilowattstunden an Energie-Äquivalenten, entsprechend
sieben Milliarden Euro Energiekosten, eingespart werden.
Das Tool sowie Material mit Erläuterungen stehen als Download unter
www.zvei.org/Lebenszykluskosten zur Verfügung.
