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06.07.2011 | ZVEI: EU-Verordnung spart 38 Milliarden Kilowattstunden ein

Seit dem 16. Juni 2011 dürfen in der Europäischen Union nur noch Elektromotoren in Verkehr gebracht werden, die mindestens der internationalen Energieeffizienzklasse IE2 entsprechen. Ziel ist mehr Energieeffizienz – die Potenziale sind gewaltig.
Seit dem 16. Juni 2011 dürfen in der Europäischen Union nur noch Elektromotoren in Verkehr gebracht werden, die mindestens der internationalen Energieeffizienzklasse IE2 entsprechen. Die EU-Kommission erlässt damit die erste Stufe der EU-Motorenverordnung M640/2009. Ziel ist es, die Energieeffizienz von Elektroantrieben zu steigern.
Die neue, dreistufige Regelung umfasst Drehstrom-Normmotoren der Größen 0,75 bis 375 KW, die u.a. Pumpen, Ventilatoren, Kompressoren, Aufzüge, Rolltreppen und Transportbänder antreiben. 2015 und 2017 treten die beiden nächsten Stufen, die IE3 Motoren und elektronisch geregelte Antriebe betreffen, in Kraft.
Gewaltige Einspar-Potenziale
Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) rechnet vor, dass sich allein in Deutschland 38 Milliarden Kilowattstunden durch den intelligenten Einsatz elektrischer Antriebstechnik in Industrie, Gewerbe und öffentlichen Einrichtungen einsparen ließen. „Würden alle in Deutschland installierten Antriebe mit Energiesparmotoren und bei Bedarf mit elektronischen Antriebsregelungen ausgerüstet, ergäbe sich ein Energiesparpotenzial, das der Stromerzeugung von 16 Kraftwerksblöcken der 400 Megawattklasse entspricht". Um dieses Potenzial auszuschöpfen, hat die Kommission im Rahmen der EUP-Richtlinie die Verordnung über energieeffiziente Drehstrom-Normmotoren und elektrische Antriebe erlassen.
„Die deutschen und europäischen Motoren- und Antriebshersteller der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie begrüßen diese Verordnung.Sie gibt sowohl den Herstellern als auch den Anwendern Planungssicherheit", sagt Dr. Klaus Mittelbach, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung. Weltweit sei die neue Verordnung wegweisend, da sie erstmals auch intelligente Antriebssysteme, das heißt Elektromotoren mit elektronischer Drehzahlregelung, einschließe.
35 Millionen alte Drehstrommotoren
Allein in Deutschland laufen heute etwa 35 Millionen alte
Drehstrommotoren, von denen pro Jahr nur drei bis vier Prozent
modernisiert oder ausgetauscht werden. Bei diesem Austauschrhythmus
wäre erst nach über 25 Jahren der Altbestand durch energiesparende
neue Techniken ersetzt. „Die Politik ist gefordert, die
umweltpolitisch gewollte Modernisierung des riesigen Altbestands
weiter voranzutreiben", so Dr. Klaus Mittelbach.
Projekte bei Elektrogroßhändlern der DEHA zeigen, dass sich
Investitionen in energieeffiziente Antriebslösungen durch die
eingesparten
Stromkosten sehr schnell amortisieren. Effiziente,
zeitgemäße Antriebe schonen zusätzlich auch noch die Motoren.
