Branchen
06.07.2011 | ZVEI: Neue Rekorde

Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) meldete im Juni einen neuen Export-Rekord und eine wachsende Nachfrage im Inland. Sorgen machen dem Verband Rekorde bei einzelnen Rohstoffpreisen.
Anlässlich seines Jahreskongresses Anfang Juni gab sich der
Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI)
optimistisch, dass sich der Boom fortsetzt. „Die deutsche
Elektroindustrie erwartet auch im kommenden Jahr weiter steigenden
Umsatz“, hieß es in einer Mitteilung. Nach einer Umfrage des
Verbandes rechneten 84 Prozent der Branchenunternehmen für 2012 mit
einem Plus bei ihren Erlösen von fünf bis zehn Prozent. Vier
Prozent der Firmen sähen sogar mehr als zehn Prozent Umsatzwachstum
im nächsten Jahr.
Bestätigt wurde dieses Bild durch aktuelle Daten zur Nachfrage im
Inland. Im April 2011 lagen die Auftragseingänge hierzulande sieben
Prozent oberhalb ihres Vorjahresniveaus. „Mit einem Zuwachs von
neun Prozent stiegen die inländischen Bestellungen dabei außer der
Reihe stärker als die ausländischen Bestellungen mit plus sechs
Prozent", sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. Von
Januar bis April des Jahres belief sich das Auftragsplus auf 14
Prozent gegenüber Vorjahr (Inlandsorders: elf Prozent,
Auslandsorders: 17 Prozent).
Neuer Exportrekord
Die deutsche Elektroindustrie hat einen neuen Exportrekord aufgestellt. Mit insgesamt zwölf Milliarden Euro hat sie im April elf Prozent mehr exportiert als ein Jahr zuvor. Und von Januar bis April 2011 beliefen sich die gesamten Branchenexporte auf 49 Milliarden Euro. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum ist das ein Anstieg um 14 Prozent. „Niemals zuvor hat die Elektroindustrie in den ersten vier Monaten eines Jahres mehr exportiert“, betonte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. Die Exporterwartungen der deutschen Elektroindustrie haben im Mai leicht nachgegeben.
„Per Saldo liegen sie aber weiterhin oberhalb der Expansionsschwelle - dies vor dem Hintergrund des im vergangenen Jahr mit einem Ausfuhrvolumen von 151 Milliarden Euro erzielten Allzeithochs“, sagte Dr. Gontermann. Im Mai gaben 17 Prozent der Elektrounternehmen an, dass sie in den nächsten drei Monaten ein Wachstum ihres Exportgeschäfts erwarten. Mit einer stabilen Entwicklung rechnen 78 Prozent der Branchenfirmen. Lediglich fünf Prozent der Unternehmen gehen von einer Verschlechterung aus.
Steigende Rohstoffpreise
Besorgt ist der ZVEI über den jüngsten Preisschub und die
angespannte Liefersituation bei Seltenen Erden. Diese Erden sind
zwar nicht selten, aber nur schwer zu gewinnen. China stellt
derzeit 97 Prozent des weltweiten Angebots - und nutzt diese
Monopolstellung. Seit Jahren senkt China seine Exporte. Nötig sind
diese Seltenen Erden überall im High-Tech-Bereich - vom Handy bis
zur LED.
Einzelne Branchenfirmen berichten laut ZVEI von Preissteigerungen
um das bis zu Zehnfache. „Bis Mitte des nächsten Jahres könnte sich
die schwierige Situation sogar noch weiter verschärfen“, sagte der
Vorsitzende der ZVEI-Geschäftsführung, Dr. Klaus Mittelbach. Der
Verband hofft dabei augenscheinlich auf die Regierungshilfe, wenn
er freien Zugang zu Rohstoffmärkten fordert und schreibt: „Die
Versorgung der Elektroindustrie mit Seltenen Erden muss auf eine
sichere, kalkulierbare und verlässliche Grundlage gestellt werden.“
Außer setzt der Verband auf den Aufbau von Förderkapazitäten
außerhalb Chinas sowie Recycling und Rohstoffeffizienz.
