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19.09.2011 | ZVEI: Elektro-Konjunktur weiter robust

Die deutsche Elektroindustrie zeigt sich weiterhin in robuster konjunktureller Verfassung. 86 Prozent der Elektrofirmen gehen von (weiter) anziehenden oder stabilen Geschäften im nächsten halben Jahr aus, teilt der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) Anfang September mit.
Die Auftragseingänge in der mit 830 Tausend Beschäftigten
zweitgrößten deutschen Industriebranche sind im Juli wieder
gestiegen und übertrafen ihr Vorjahresniveau um zwei Prozent.
Kumuliert von Januar bis Juli 2011 belief sich das Auftragsplus auf
14 Prozent gegenüber Vorjahr. Der Umsatz und die Produktion (um
Preiseffekte bereinigt) lagen im Juli sechs bzw. stattliche 14
Prozent höher als vor einem Jahr. „Nach der Stagnation der Erlöse
im Vormonat setzt die Branche jetzt ihren Wachstumskurs gemäßigter
fort", sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. Im
Gesamtzeitraum zwischen Januar und Juli 2011 beliefen sich Umsatz-
und Produktionszuwachs auf zehn und 15 Prozent gegenüber Vorjahr.
„Sorgen bereitet unserer Industrie zunehmend der massive Anstieg
der Preise auf dem von China dominierten Markt für Seltene Erden,
die für zahlreiche Produkte der Elektroindustrie wie
Elektromotoren, Batterien, Leuchtmittel, Medizinapparate,
Solarzellen und Unterhaltungselektronik benötigt werden", betonte
Dr. Gontermann. So sind in den vergangenen zweieinhalb Jahren etwa
die Preise von Lanthan um das 27-fache, von Neodym um das 18-fache,
von Samarium um das 38-fache oder von Terbium um das 12-fache
gestiegen.
„Auch wenn die Metalle mitunter nur in kleinen Mengen zum Einsatz
kommen, schlagen derartige drastische Preissteigerungen spürbar auf
die Herstellungskosten der Elektrounternehmen durch", so Dr.
Gontermann. Knapp die Hälfte der Kosten in der Elektroindustrie
entfällt heute auf den Bezug von Material und Rohstoffen. Die
Aufhebung von Exportbeschränkungen bei Seltenen Erden bleibt ein
ganz zentrales Anliegen der Branche.
Das Geschäftsklima ist auch im August unter dem Eindruck des
schwächelnden weltwirtschaftlichen Umfeldes erneut etwas
zurückgegangen. Sowohl die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage
als auch die Erwartungen für die kommenden sechs Monate sind dabei
gegenüber Juli leicht nach unten korrigiert worden. Allerdings
befinden sich beide „Klimakomponenten“ nach wie vor im expansiven
Bereich. „Was die Einschätzung der aktuellen Lage anbelangt, so
übertrifft die Zahl der Unternehmen mit positiven Beurteilungen
diejenige mit negativen Bewertungen um das Fünffache", sagte Dr.
Gontermann. Gleichzeitig gehen 86 Prozent der Elektrofirmen von
(weiter) anziehenden oder stabilen Geschäften im nächsten halben
Jahr aus.
